Erotik Bildbände

Langsame Entwicklung
In der Fotografie verhält es sich ähnlich wie in der Literatur. Seit der Entwicklung des Fotoapparates 1835 waren menschliche Körper beliebte Aufnahmen. Beim Akt handelt es sich um ein klassisches Motiv im Bereich der bildenden Kunst. Es wird unterschieden in einen Vollakt und Halbakt (teilweise nackter Körper). Bereits die alten Griechen kannten die Darstellung des menschlichen Körpers über erotische Plastiken.
Um 1845 dürften die ersten erotischen Aufnahmen bei Händlern in Paris aufgetaucht sein. Bis dahin beschränkte sich die Darstellung nackter Personen allein auf Malerei und Zeichnungen.
Bekannte Aktfotografen der ersten Schule waren u.a. Philippe Derussy, Eugéne Delacroix und Bruno Braquehais. Die Fotos gelangten jedoch kaum an die Öffentlichkeit. Sie dienten eher für Körperstudien an Kunsthochschulen. Eine breite Öffentlichkeit erfuhr die erotische Fotografie im 20. Jahrhundert. Pin-up-Girls waren im Zweiten Weltkrieg begehrte Motive.

Wo ist die Grenze?
Es ist schwer, eine Grenze zwischen erotischer Fotografie, Aktfotografie und Pornografie zu ziehen. Bei der erotischen Fotografie wird der menschliche Körper in einem sexuellen Bezug dargestellt. Das Ziel ist, den Betrachter sexuell zu stimulieren, ihn zu erregen. Bei der Aktfotografie stellt sich ein sexueller Reiz dagegen eher beiläufig ein. Hier geht es vorrangig um die künstlerische Form des menschlichen Körpers. Im Gegensatz zur Pornografie bedient sich die erotische Fotografie jedoch nie einer groben Darstellung. Sie verwendet größtenteils Andeutungen und besitzt einen ästhetischen Anspruch.

Magere und rasierte Models
Erotische Fotografien werden oft gesammelt in Bildbänden veröffentlicht. Hier können großformatige Farbaufnahmen dominieren. Sehr ansprechend sind jedoch seit jeher auch Schwarz-Weiß-Aufnahmen. Das Liebesspiel als auch der Geschlechtsakt an sich können dabei die Motive sein oder einfach nur die Abbildung des menschlichen Körpers in seiner ganzen Schönheit. Bildbände müssen jedoch nicht ausschließlich Fotografien von nackten Modellen enthalten. Gern gesehen sind auch Bildbände mit Keramikobjekten, die eine erotische Thematik widerspiegeln. Die berühmtesten erotischen Akt-Bildbände der letzten Jahre sind u.a. „On form“ von Andreas H. Bitesnich, „Female trouble“ von Bettina Rheims, „Women only“ von Stefan May und „Nude by Kishin“ von Kishin Shinoyama. Hier vereinen sich künstlerische Stilmittel mit brillanten Lichteffekten und gewagten Posen. Es lässt sich auch eine Veränderung der Aktmodelle über die Jahre beobachten: Die Modelle wurden zunehmend schlanker und magerer. Weiterhin ist auffällig, dass noch vor 30 Jahren die Schambehaarung auf allen Fotos zu sehen war, wogegen heutige Bilder fast ausnahmslos eine komplette Intimrasur aufweisen.